Die Krise des Paradigmas des effizienten Marktes und der New Deal




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Sana26.06.2021
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Die Krise des Paradigmas des effizienten Marktes und der New Deal
Das Rooseveltsche New Deal, die Reglementierung des Marktes und die staatliche Regulierung des Finanzkapitals (Glass - Steagall Act) holt das Politische wieder in den Vordergrund des sozialen Konsolidierungsprozeßes. Die säkuläre Metaphysik der unsichtbaren Hand wird von der säkulären Vernunft der sichtbaren Hand schrittweise verdrängt. Die Logik der Reproduktion des Kapitalverhältnisses entdeckt wieder die soziale Semantik, die dieses Verhältnis als ein solches konstituiert.

Angesichts der Entwicklungen, nach der zweiten Existenzkrise des Kapitalismus 2007/2008, muß man etwas feststellen, was die damalige Situation von der heutigen klar unterscheidet. Die USA und die Gesamtheit der entwickelten kapitalistischen Welt waren damals reine Industriegesellschaften. Trotz des schon damals globalisierten Finanzkapitals bestimmte die industrielle Produktion und Reproduktion, im Rahmen der Nationalökonomien, sowohl die materielle Produktion und Reproduktion der jeweiligen Gesellschaften, als auch - und deswegen - die soziale Kohärenz, d.h. die Reproduktion der Industriegesellschaften hing unmittelbar vom Verhältnis zwischen Kapital und Arbeit ab. Das bedeutet, daß das kapitalistische System als solches nur über den konsensuellen Charakter des Kapitalverhältnisses gerettet werden konnte. Anders ausgedrückt, nur die Zugeständnisse des Kapitals gegenüber der Arbeit(der Kapitalisten gegenüber der Arbeiterschaft) könnten den Kapitalismus als Produktion und Distributionssystem retten. Das Fundament des Sozialstaates ist dadurch entstanden, aber es bedurfte eines Weltkrieges damit es voll zur Geltung kommen konnte. Die Maßnahmen der Regulierung des Kapitalverhältnisses, die später unter dem Begriff des New Deal subsumiert wurden, waren der Anfang eines Prozesses, der die immense soziale Ungleichheit vor 1929 relativierte und ein neues konsensuelles Verhältnis zustande brachte, das das ökonomische Wachstum, das neue soziale Gleichgewicht, den sogenannten (sozialdemokratischen)keynsianischen Konsens der Nachkriegszeit, zumindest bis in die 70ger Jahre hinein, zum Erfolg verhalf. Die Politik wurde vom Politischen bestimmt und integrierte den gesellschaftlichen Konstituierungsprozeß in seiner Logik durch ihre wiedergewonnene Dynamik. Die Unvernunft der Markt–Autopoiese und der Markt–Selbstreferenzialität wurde durch den Abgrund, den sie hervorgebracht hat, offensichtlich und mußte dem Politischen also der Reproduktion und Erweiterung(inhaltliche Konstituierung der formellen Demokratie)des Demokratisierungsprozesses weichen, oder zumindest seine Bedingungen akzeptieren.



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