7 Pfeile
Die Braillemathematikschrift verfügt über zwei Darstellungsarten für Pfeile.
In der modularen Wiedergabe werden Pfeile aus Elementen für Richtung (horizontal, vertikal oder diagonal), Schaft- und Spitzenform zusammengesetzt.
Für einige horizontale Pfeile stehen zusätzlich definierte Darstellungen zur Verfügung.
7.1 Modulare Pfeile
Pfeilmodule
%4 Schlüsselzeichen für Pfeildarstellungen
%; einfacher vertikaler Schaft
%: einfacher horizontaler Schaft
%? einfacher diagonaler Schaft (links oben/rechts unten)
%* einfacher diagonaler Schaft (links unten/rechts oben)
%= doppelter horizontaler Schaft
%;; gestrichelter einfacher vertikaler Schaft
%:: gestrichelter einfacher horizontaler Schaft
%?? gestrichelter einfacher diagonaler Schaft (links oben/rechts unten)
%** gestrichelter einfacher diagonaler Schaft (links unten/rechts oben)
%== gestrichelter doppelter horizontaler Schaft
%! einfache Spitze nach links oder unten
%, einfache Spitze nach rechts oder oben
%!! doppelte Spitze nach links oder unten
%,, doppelte Spitze nach rechts oder oben
%- Strich durch den Schaft
%> kleiner Querstrich eines Zuordnungspfeils
Horizontale Pfeile, bei denen zumeist auf das Schlüsselzeichen verzichtet wird
%:, Pfeil nach rechts mit einfachem Schaft und einfacher Spitze
%!: Pfeil nach links mit einfachem Schaft und einfacher Spitze
%!:, Pfeil nach links und rechts mit einfachem Schaft und einfachen Spitzen
%>:, Zuordnungspfeil
Mit der modularen Darstellung können Pfeile mit verschiedenen Schaft- und Spitzenformen in acht verschiedene Richtungen wiedergegeben werden.
Ein Pfeilsymbol wird je nach Vorhandensein der Elemente — ähnlich wie in einem Baukastensystem — wie folgt zusammengesetzt:
Schlüsselzeichen für Pfeile
Strich durch den Schaft bzw. Querstrich beim Zuordnungspfeil
Spitze am linken, bei vertikalen Pfeilen am unteren Ende des Schafts (falls vorhanden)
Schaft
Spitze am rechten, bei vertikalen Pfeilen am oberen Ende des Schafts (falls vorhanden)
Drei- und mehrfache Spitzen werden analog den doppelten gebildet.
Die horizontalen Pfeile %:, %!: %!:, sowie %>:, (Zuordnungspfeil) werden meistens ohne Schlüsselzeichen geschrieben.
Sind weitere Pfeilformen — zum Beispiel eine gebogene Spitze — darzustellen, kann eines der folgenden Zeichen zwischen dem Schlüssel- und dem darauf folgenden Zeichen eingeschoben werden: %/ %+ %( %) %< und %% (das im letzten Fall zu verwendende Zeichen ist das zweite Vollzeichen). Ein solches Zeichen könnte auch als ein weiteres Schaft- oder Spitzenformzeichen dienen. Die Bedeutung des verwendeten Zeichens ist in einer brailleschrifttechnischen Anmerkung zu erläutern (siehe "1.3 Anmerkungen zur Brailleschriftübertragung").
Die modular wiedergegebenen Pfeile haben verschiedene Funktionen und deren Bezug zu benachbarten Zeichen ist dementsprechend nicht einheitlich. Daher stehen sie teilweise zwischen Leerzeichen und teilweise an andere Zeichen angeschlossen. Als Markierung schließen sie zum Beispiel unmittelbar an die Symbole, die sie modifizieren, an (siehe "8 Einfache und zusammenfassende Markierungen"). Als Relations- oder Operationszeichen werden sie nach einem Leerzeichen und angeschlossen an das folgende Zeichen geschrieben (siehe "5 Operations- und Relationszeichen").
Hinweise:
Wenn ein modularer Pfeil mit einer nach links gerichteten Spitze %! endet, muss dafür gesorgt werden, dass dieses Zeichen weder mit dem Zeichen für besondere typografische Auszeichnungen noch mit der Verstärkung eines Projektivs verwechselt werden kann (siehe "3.4 Besondere typografische Auszeichnungen" und "10.2 Verstärkte Projektive").
Für Pfeilbeschriftungen siehe "7.3 Beschriftung von Pfeilen".
Beispiel 7.1 B01
x >:,6,t'x
\[x \mapsto \arctan x\]
Beispiel 7.1 B02
f:': x >:,3x
\[\overline{f}: x \mapsto \sqrt{x}\]
Beispiel 7.1 B03
#l1x":,p f2x` =#l1x"4*,p f2x`'
=#l1x"4?,p f2x`
\[\lim_{x \rightarrow p} f(x)
=\lim_{x \nearrow p} f(x)
=\lim_{x \searrow p} f(x)\]
Beispiel 7.1 B04
f1; )f1,': $!{>d1, :,$$r'
<8 x >:,f1,2x`
\[f_{2} \circ f_{1}: \left\{
D_{1} \to \mathbb{R}
\\ x \mapsto f_{1}(x)\right.\]
8>
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